Laden - 17.10.18
Kommentar von Christian Peter
Leiter Kompetenztreffen Wien, EMC Österreich
Kann ich an der nächsten Ladesäule Strom beziehen? Auch im Ausland? Die Antwort auf diese Frage kann heute ganz schön kompliziert sein. Brauche ich eine spezielle Ladekarte oder eine App? Wo bekomme ich die her?
Audi macht das Auto in Zukunft zum Zahlungsmittel. Dann braucht man endlich nicht mehr 20 Karten und Apps. Foto: Audi

Die gute Nachricht: In Zukunft reicht das Elektroauto als „Zahlungsmittel“, einfach anstecken und der Strom fließt - europaweit.

Mit dem Elektroauto auf Langstrecke fahren funktioniert gut. Allerdings muss man die Ladestopps planen. Erstens, weil die Ladesäulen gut versteckt sind und zweitens, weil es eine Herausforderung sein kann, zu zahlen.

Eigentlich könnte es ganz einfach sein, wenn jede Ladesäule, jeder Ladepunkt die gängigen bargeldlosen Zahlungsmittel Bankomatkarte und Kreditkarte akzeptieren würde. In der aktuellen Praxis braucht man – insbesondere für länderübergreifende Langstrecken – eine Vielzahl von Ladekarten, NFC Tokens und Apps. Hat man die richtige Autorisierungsmethode nicht dabei, dann kann man nicht aufladen. Selbst ein Anruf bei der Hotline der Ladesäule hilft dann meist nicht.

Tesla Fahrer wissen, dass es auch einfacher geht, sogar einfacher als an einer Tankstelle. Man fährt einfach zum nächsten Supercharger und steckt das Auto an. Mehr ist nicht nötig.

Die gute Nachricht: Audi möchte es seinen Kunden genauso einfach machen. Das Schlagwort dazu heißt „Plug & Charge“. Die internationale Norm IEC/ISO 15118 ermöglicht es, das Auto als Zahlungsmittel zu verwenden. Basierend auf verschlüsselten Zertifikaten kann sich das Auto gegenüber der Ladesäule identifizieren. Die Verrechnung erfolgt automatisch im Hintergrund über die einmal zentral für das Auto hinterlegten Daten (z.B. Bankkonto oder Kreditkarte).

Dieser Vorstoß von Audi zwingt natürlich auch alle anderen Autohersteller mitzumachen.

Sowohl die Autos als auch die Ladesäulen müssen Plug & Charge unterstützen, damit das funktioniert. Der Smart ED kann das bereits, der Audi e-tron wird das auch können und Ladesäulenbetreiber wie z.B. Ionity sagen, dass sie Plug & Charge europaweit unterstützen werden. sSowohl für AC als auch für DC Ladevorgänge.

Von sehr kompliziert zu super einfach und bequem – ich freue mich auf Plug & Charge.

PS: Praxis-Tipp: mit der EMC Ladekarte kann man bereits die meisten österreichischen Ladesäulen freischalten: https://www.emcaustria.at/elektromobilitaetsclub-mitgliedskarte/

Christian Peter

Christian Peter

Leiter Kompetenztreffen Wien, EMC Österreich

gibt Einblicke, Hintergründe und Erfahrungen bei den Kompetenztreffen des ElektroMobilitätsClub Österreich weiter.

Kommentare  

#1 Karin Pargfrieder 2018-10-18 00:23
Super einfach und bequem - wenn man etwas weiter denkt allerdings ein Alptraum! Derzeit kann ich mich vor unerwartet hohen Gebühren und Datenklau schützen - indem ich beim russischen Ladekarten-Roul ette einfach nicht mitspiele! (keine Ladekarte -> kostenlose Station)
In Zukunft muss ich aber dann genau wissen, welche Stationen fähig sind, sogar über das Ladekabel meine Daten / meine Identität abzugreifen um in weiterer Folge von meinem Konto Geld in vorher unbekannter Höhe abzubuchen. Denn dass Tarife an den Ladesäulen klar angeschrieben werden ist ja leider auch nicht absehbar. Eigentlich ein Fall für den Konsumentenschutz.

Vielen Dank für diesen interessanten aber leider etwas beunruhigenden Artikel über die letzten Aktivitäten von Audi!

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