Kleinstwagen, Lastenräder und Roller. Kleine Formen der Mobilität drängen als Antithese zum SUV auf den Markt. Sie könnten eine Mobilitätsform der Zukunft stellen. 
Der Citkar Roadster ist zwar klein, bietet aber genügend Platz. Auch im gewerblichen Bereich. Foto: Citkar
Größer ist besser. Dieses Motto scheint fest in gegenwärtigen Autindustrie verankert. Gefühlt jedes zweite Auto ist entweder ein SUV oder zumindest auf halbem Weg dorthin stecken geblieben und diese Entwicklung ist auch bei den neu entstehenden E-Autos nicht zu übersehen. Tesla, Audi, Porsche und Kia lassen an dieser Stelle übrigens grüßen. 

Doch es gibt keinen Trend, der ohne eine entsprechende Gegenbewegung auskommt. Diese nennt sich in diesem konkreten Fall Micro-Mobility und bezeichnet – äußerst treffend – kleine, elektrisch betriebene Mobilitätsformen. Das reicht im konkreten Fall von E-Scootern und Rollern über E-Lastenräder bis hin zu kleinen Stromern wie dem Renault Twizy. 

Zukunft
Diese kleinen Mobilitätsformen könnten in Zukunft einen integralen Bestandteil unserer Mobilität bilden. Mit dem großvolumigen Warenverkehr auf der einen und den geteilten öffentlichen Verkehrsmitteln und mit Fahrrädern überbrückbaren Distanzen auf der anderen Seite würde die Mikromobilität alles dazwischen überbrücken.  

Sie wäre damit – im ökologischsten Fall als geteiltes Modell – perfekt geeignet für Wocheneinkäufe oder für Pendelstrecken mit schlechter Anbindung. Aber nicht nur Privatpersonen können sich ihre Vorzüge zunutze machen. Auch für Unternehmen bietet diese kleinste Form der Mobilität Möglichkeiten. Drei Beispiele: 

Beispiele
Ein innerstädtischer Lieferservice transportiert viele seiner Bestellungen schon jetzt mit Fahrrädern. Einige Haushalte sind aber weit entfernt und für die Lieferungen mit dem Rad deshalb nur schwer erreichbar. E-Lastenräder oder kleine Stromer wie der Microlino könnten diese wesentlich leichter erschließen.  

Eine Elektrikerin fährt im Auftrag der Firma von Haushalt zu Haushalt und führt kleinere Reparaturen durch. Sie braucht nicht viel mehr Ausrüstung als ihren treuen Werkzeugkasten, aber muss schnell von A nach B gelangen. Auch hier könnte Micromobility einen praktischen und günstigen Anschlusspunkt bieten.  

Ein Berater besucht an einem Tag mehrere Firmen in der gleichen Stadt. Er fährt von Büro zu Büro, führt Gespräche und nach einer Stunde macht er sich wieder auf den Weg. Mit dem Auto müsste er jedes Mal einen großen Parkplatz suchen, mit einem E-Roller allerdings kann er die Distanzen genauso leicht und schnell überbrücken und verstaut den fahrbaren Untersatz zwischenzeitlich einfach bei der Kundschaft. 

Micro Mobility Expo
Die Möglichkeiten gehen dabei noch weiter. Alles, was es braucht, ist ein wenig Interesse und der Wille, die eigenen Strategien zu verändern. Und vielleicht Inspiration. Für diese kann übrigens die micromobility expo in Hannover sorgen. Von 2. bis 4. Mai werden hier Konzepte und Produkte aus dem Segment vorgestellt und stehen auch zum Testen bereit. Quasi als Beweis, dass größer nicht immer besser sein muss. (flb)

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