UMFRAGE - 16.10.2018
Keine großen Aha-Erlebnisse, aber klare Entwicklungen: Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte mytaxi am Dienstag in Wien die Ergebnisse einer Online-Erhebung über das Mobilitätsverhalten der Wiener_innen vor.
mytaxi will auch in Wien bald ein Taxisharing-Angebot launchen. Foto: mytaxi

Den "Wiener Taxi Report", den Sarah Lamboj, Geschäftsführerin von mytaxi Austria, sowie Alexander Mönch, General Manager von mytaxi Deutschland und Österreich, präsentierten, wurde vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut marketagent.com Anfang Oktober durchgeführt. Befragt wurden bei der Online-Umfrage 1.005 Personen aus Wien im Alter von 18 und 69 Jahren. „Wir wollten uns das Mobilitätsverhalten sowie die Taxinutzung in der Stadt genauer ansehen und fragen, welche Qualitätsansprüche die Fahrgäste jetzt und in Zukunft haben“, erklärt Sarah Lamboj. Beauftragt wurde die Befragung von mytaxi, ein Unternehmen, das 2009 als Hamburger Start-Up gegründet wurde und sich heute als Daimler-Tochter die führende Taxi-App Europas nennen kann.

Eigener PKW unattraktiver
Wie bereits auch an vielen anderen Stellen zurzeit deutlich wird, zeigt auch die mytaxi-Umfrage, dass sich das Mobilitätsverhalten gerade bei den Jungen verändert. So ist es für die junge Generation weniger wichtig, ein eigenes Auto zu besitzen, als für die ältere Generation. Auch die PKW-Nutzung nimmt bei Jüngeren ab: „Die meisten legen mit dem eigenen PKW maximal 5.000 km pro Jahr zurück, bei den Älteren sind es bis zu 20.000 km,“ so Lamboj. Auch die Unterhaltskosten des eigenen Autos wurden hinterfragt. „Ohne Anschaffung und Wertverlust wurden für Treibstoff, Versicherung, Parken, Service, Reparaturen, Vignette und Organstrafen insgesamt 282,34 € pro Monat ermittelt. Bei einem Durchschnittspreis pro Fahrt von ca. 15 € kann man mit diesem Betrag 18 Mal pro Monat Taxi fahren,“ vergleicht die Geschäftsführerin die Kosten. Die Argumente für einen eigenen PKW werden somit unattraktiver, so der Schluss. Mit ein Grund, warum Daimler Sharing-Angebote forciert und sein Geschäft vom Einzelverkauf der Fahrzeuge hin zum Teilen dieser lenkt.

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Die Umfrageergebnisse zeigen die Entwicklung weg vom eigenen PKW. Grafik: mytaxi

App statt Telefonat

Auch eine Veränderung zeigt sich bei der Bestellung von Taxis. 77,8 % der Befragten bestellen das Taxi derzeit per Telefon, 10,7 % per App. Das soll sich laut Umfrage in Zukunft ändern: 51,3 % gaben an, dass sie glauben, in fünf Jahren ihr Taxi vorrangig via App zu bestellen. Ein erfreuliches Ergebnis für mytaxi, das sich auch in den Unternehmenszahlen wiederspiegelt: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Nutzung der Taxi-App um 40 %, die der Partner-Fahrer_innen um 44 %. Insgesamt konnte das Unternehmen ein Wachstum von über 100 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. In Wien sind derzeit mehr als 1.000 lizenzierte Fahrer_innen unterwegs.

Taxi teilen
„Die Maßnahmen, die wir nun mit diesem neuen Wissen setzen, sind verstärkte Schulungen für Fahrer_innen, da – wie auch die Erhebung zeigt – Service und Qualität für Fahrgäste an oberster Stelle stehen, sowie Optimierungen der App und der Ausbau unseres Taxisharing-Angebots match“, erklärt Alexander Mönch. Match soll es ermöglichen, dass mehrere Personen an nahegelegenen Standorten mit demselben Fahrziel dasselbe Taxi benutzen und die Kosten aliquot teilen. Flächendeckend ausprobiert wird das derzeit in Hamburg und Berlin, sowie auf sogenannten „Rennstrecken“, wie etwa vom Flughafen zur Innenstadt, in München. Wann und wo match in Österreich angeboten wird, konnte noch nicht gesagt werden.

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Laut der Umfrage sind Fahrgäste bereit, für Service und Qualität zu bezahlen. Grafik: mytaxi

Gleiche Rahmenbedingungen im Taxigewerbe
Die Ergebnisse sollen stärker Aufschluss darüber geben, wie sich Taxiunternehmen aufstellen müssen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. „Wichtig ist vor allem, dass für alle gleiche Rahmenbedingungen geschaffen werden“, so Mönch. „Taxi-Angebote müssen attraktiv und an die Zielgruppen angepasst sein, damit sich die individuelle Nutzung mit PKWs verringert.“ Eine unterstützende Entwicklung sieht er in der Entwicklung von Apps, die verschiedene Mobilitätsmöglichkeiten vereinen und die Frage „Wie komme ich am besten, schnellsten, sichersten und bequemsten wohin?“ beantworten. (sis)

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