Anschluss - 09.10.18
Warum sind Ladekabel eigentlich so teuer? Wir werfen einen Blick auf die Unterschiede zwischen ihnen und normalen Starkstromkabeln.


Wer bei Händlern wie ELECTRIC-WAYS einen Blick auf die Ladekabel wirft, die wir an unseren elektrischen Gefährten anstecken, der wird relativ schnell ein Detail bemerken: den Preis. Im Vergleich zu gewöhnlichen Haushalts- oder Starkstromkabeln sind die Ladekabel für E-Autos signifikant teurer. Doch woran liegt das?

Kommunikation ist alles
Es gibt mehrere Unterschiede zwischen gewöhnlichen Kabeln und Ladekabeln für E-Autos. Der erste und wichtigste dabei ist, dass ein E-Auto Ladekabel mehr können muss, als nur Strom von der Ladestation zum Auto zu bringen. Es muss gleichzeitig auch für konstante Kommunikation zwischen den beiden Polen sorgen:

Wie hoch ist der Ladestand des Autos? Mit welcher Leistung kann maximal geladen werden? Muss der Stecker noch verriegelt bleiben? Damit diese Fragen stets für beide Enden des Kabels klar sind, gibt es im Ladekabel zwei zusätzlich vorhandene Signalleitungen. Hier hören die Unterschiede aber nicht auf.

Stabil und schlagfest
Da Ladekabel einen Großteil ihrer Existenz im Freien verbringen, müssen sie witterungsbeständig sein. Sie müssen hohen und niedrigen Temperaturen, Regen, Sturm und diversen Reifen standhalten, die versehentlich darüber rollen. Deshalb sind qualitativ hochwertige Kabel mit einem TPE-Mantel umgeben. Die Ladestecker bestehen außerdem aus schlagfestem Kunststoff und verriegeln beim Ladevorgang, damit sie nicht einfach abgezogen werden können.

Je höher die Leistung, die durch das Kabel geschickt werden kann, desto höher natürlich auch die Anforderungen. Bei höherer Leistung muss man also auch eher zu einem eigenen Kühlsystem greifen, damit die Kabel nicht überhitzen. Bei superschnellem Laden im höheren dreistelligen kW-Bereich kommt man ohne nicht mehr aus.

Eine bestimmte Länge
Hinzu kommt, dass Ladekabel auch nicht verlängert werden dürfen. Das würde den Gesamtwiderstand entsprechend verkleinern und die Ladestation würde mehr Strom durch das Ladekabel senden als dieses möglicherweise aushalten würde. Für diese Kodierung sorgt ein Widerstand der zwischen zwei Leitern im Kabel verbaut ist.

Verwendet man eine Schuko- oder Starkstromsteckdose, kommt zusätzlich noch hinzu, dass man erst ein Gerät, eine ICCB (In-Cable-Control-Box), zwischenschalten muss. Dies geschieht in Form eines speziellen Mode-Kabels (siehe hier), das für die Kommunikation zuständig ist. (flb)

[Anm.: Dieser Artikel ist als Kooperation mit dem Ausstattungs-Händler ELECTRIC-WAYS entstanden.]

Kommentare  

#2 Michael 2018-10-22 19:13
Da ist nicht der Leitungswiderst and gemeint, sondern der Kodierwiderstan d zwischen Erde (PE) und Signalisierungs pin PP. Wenn das Ladekabel verlängert werden würde, wäre dies eine Parallelschaltu ng der Kodierwiderstän de was den Gesamtwiderstan d kleiner machen würde und es würde per Definition ein größerer Strom fließen dürfen.

Siehe zB hier: https://de.m.wikipedia.org/wiki/IEC_62196_Typ_2
#1 carbon_compound 2018-10-17 19:03
"...dass Ladekabel auch nicht verlängert werden dürfen. Das würde den Gesamtwiderstan d entsprechend verkleinern..."

Laut Physikunterrich t in der Hauptschule ist das a Blödsinn.

Genau anders herum!

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