Lademethoden - 19.09.18
Wer ein E-Auto besitzt, hantiert derzeit viel mit Kabeln. In Zukunft könnte dieser Handgriff durch kabellose Lademethoden eliminiert werden. Derzeit braucht es aber noch den Überblick über die gängigen Kabelanschlüsse.
Laden ohne Kabel kann durch Lösungen aus Graz möglich werden. Hier mit Konduktion. Foto: Easelink

Wer schon länger E-Auto fährt, hat vielleicht schon mal davon geträumt: Das Auto einfach über einem Ladepunkt parken und es lädt von selbst. Kein lästiges Anstecken, kein Kabelhantieren mehr. Das kabellose Laden ist derzeit noch Zukunftsmusik, wird aber sicher ein Teil der E-Zukunft. Start-ups und Forschungsgruppen beschäftigen sich intensiv damit.

Die Methoden funktionieren automatisiert konduktiv (kontaktgebunden) oder induktiv (kontaktlos). Sobald kabellose Methoden eine breitere Marktdurchdringung erreicht haben, wird es zusätzlich den Ausbau der benötigten Ladeinfrastruktur brauchen. Die nächsten Jahre werden zeigen, welches System sich an die Front kämpft oder ob die dicken Kabel zwischen Auto und Ladesäule bestehen bleiben.

Automatisiert praktisch
Das Grazer Start-up easelink präsentierte im Frühjahr 2017 eine automatisiert konduktive Lademethode, bei der automatisch eine Verbindung zwischen dem Fahrzeug und einer fix im Boden verbauten Ladeplatte hergestellt wird. Sobald das Fahrzeug über dem Matrix Charge Pad zum Stehen kommt, verbindet ein fahrzeugseitig verbauter Konnektor das Auto mit der Ladeplatte.

Vorteile seien laut Hersteller die hohen Ladegeschwindigkeiten – eine Schnellladung mit 43 kW sei bereits möglich –, Nachteil und stärkstes Gegenargument der Kritiker sind die beweglichen Teile, die zu Problemen führen können. Laut Hersteller seien diese beweglichen Teile aber aufs Minimum reduziert – der Konnektor ist im Fahrzeug verbaut und verschwindet während der Fahrt im Auto.

Erst bei Stillstand führt er eine einfache Bewegung aus, die den Konnektor mit der Bodenplatte verbindet. Der Parkplatzbetreiber habe keine Wartungsaufgaben zu erfüllen und das Auto käme ohnehin einmal im Jahr zum Service.

Strom aus Magnetismus
Bei der Induktion ist dagegen überhaupt keine physische Verbindung zwischen Fahrzeug und Stromquelle mehr nötig – das Fahrzeug parkt dabei über einer Induktionsladeplatte, die durch ein Magnetfeld Strom direkt im Auto erzeugt.

Da eine Gefahr für auf Magnetismus sensible Geräte wie Herzschrittmacher oder Bankomatkarten befürchtet wird, wurde die maximale Leistung dieser Methode zumindest in Österreich vorerst auf 3,5 kW gedrosselt, die mögliche Maximalleistung bei Induktion liegt derzeit bei 10-15 kW. Das Startup Blue Inductive in Süddeutschland stellt Induktionsladeplatten für fahrerlose Transportfahrzeuge her.

Dort versichert man, dass bis zu 30 kW übertragbar seien. „Für den Alltag, der sich ja im Kurzstreckenbereich abspielt, ist Induktion eine praxistaugliche Lösung“, meint Johannes Mayer von Blue Inductive. In Zukunft sollen Pkw mit nduktionsplatten ausgestattet sein, vorerst optional, später aber auch starndardmäßig. Dafür sei man mit Autoherstellern in Kontakt. (hez)

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