Neue und bekannte Ridesharing-Anbieter_innen setzen vermehrt auf E-Autos und erneuerbaren Energien. Ein Überblick.
BerlKönig in Berlin fuhr zum Projektstart 80 % elektrisch. Foto: BVG
Ridesharing erobert – sehr zum Widerwillen der Taxi-Dienste – die Großstädte. Das führt einerseits zu günstigeren Fahrten für die Mitfahrer_innen. Andererseits könnte es auch zum großen Treiber für die Elektromobilität werden.

Neu in Berlin
Ein kürzlich in Berlin gestarteter Dienst macht vor, wie das funktionieren kann. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben zusammen mit der Daimler-Tochter ViaVan den Ridesharing-Anbieter BerlKönig ins Leben gerufen. Der bedient aktuell mit 50 Fahrzeugen die deutsche Hauptstadt. 40 davon (also 80 %) sind Stromer. Insgesamt will man 300 Fahrzeuge in die Flotte einbringen.

Wie für Taxis bietet sich Elektromobilität auch für Ridesharer an. Die vielen kurzen Strecken innerhalb des Stadtgebiets können problemlos mit der Ladung eines E-Autos bewältigt werden. Sollte der Akku zur Neige gehen, können die Fahrer_innen einfach in die Tiefgarage der BVG-Zentrale zurückkehren. Dort sind die Ladestationen untergebracht.

Grün in London
Auch die klassischen Anbieter_innen lassen die Elektromobilität aktuell aber nicht aus den Augen. Platzhirsch Uber hat zum Beispiel ein großes Projekt für den Raum London ankündigt. Im Zuge des „Clean Air Plan“ wollen sie die Stadt dabei unterstützen, Verbrenner aus ihren Grenzen zu vertreiben. Das geschieht auf zwei Fronten.

Zum einen verrechnet Uber für Fahrten in London ab nächstem Jahr eine „Clean Air Fee“ im Ausmaß von 15 Pence pro km. Diese Gebühr wird laut Angaben von Uber ausschließlich in die Finanzierung eines Ausbaus der Elektromobilität in London fließen. Ihr Ziel damit: 100 % Elektrifizierung der Flotte bis 2025. Bis 2021 sollen die ersten 20.000 Fahrer_innen auf E-Autos umgestiegen sein.

Zum anderen unterstützt Uber die Verschrottung von Prä-Euro 4-Diesel-Autos. Diese sollen von den Straßen Londons verschwinden und die ersten 1.000 Leute, die dafür sorgen, dass eines der Presse zugeführt wird, erhalten 1.500 Pfund an Guthaben für Uber und UberPOOL. Außerdem unterstützt Uber die Fahrer_innen auch finanziell beim Umstieg auf einen Stromer. Hier gilt die Devise: Wer mehr fährt, bekommt auch mehr Geld.

Eneuerbar global
Die Pläne von Konkurrent Lyft sind ähnlich, wenn auch globaler angesetzt. Der Ridesharer arbeitet schon jetzt mit Öffi-Unternehmen in Städten, indem sie diese bewusst unterstützen, anstatt sich als Konkurrenz zu ihnen zu etablieren. Außerdem wollen sie bis 2020 50 % geteilter Fahrten umsetzen.

Zusätzlich hat Lyft angekündigt, dass sie seit September 2018 ein CO2-neutrales Unternehmen darstellen. Sämtliche Energie stammt aus erneuerbaren Quellen. Büro-Gebäude, E-Autos, etc. Wenn nicht verfügbar, werden die Emissionen über Renewable Energy Certificates kompensiert.

Grüne Ride-Sharer haben neben den offensichtlichen ökologischen noch einen besonderen Vorteil. Sie sind viel unterwegs, werden auf der Straße gesehen und Leute kommen in Kontakt mit E-Autos. Das macht sie zu fahrenden Werbeflächen für die Technologie. (flb)

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