Serie: kWH-Laden - 14.11.2018
Warum es so schwierig ist, eine genaue kWh-Abrechnung bei den Ladesäulen für die Elektromobilität anzubieten. Und warum es so wichtig ist, das dennoch zu tun.
Schnelle Ladung, schwierige Abrechnung: Viele DC-Lader verrechnen Pauschalen oder verschenken den Strom, wie hier beim Supermarkt Kaufland im rumänischen Hermannstadt. Foto: Starmühler Schnelle Ladung, schwierige Abrechnung: Viele DC-Lader verrechnen Pauschalen oder verschenken den Strom, wie hier beim Supermarkt Kaufland im rumänischen Hermannstadt. Foto: Starmühler

Was bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor üblich ist, kann doch auch beim elektrischen Laden nicht so schwierig sein. Was hindert die Anbieter von E-Ladesäulen, den Preis für die Kilowattstunde (kWh) anzuschreiben und genau die Menge zu verrechnen, die abgegeben wurde. Analog den Tankstellen auf der ganzen Welt. Mit einer fortlaufenden Anzeige über die gerade eingeflössten kWh, so wie an der Zapfäule. Mit großen Schildern, auf denen der aktuelle kWh-Preis ersichtlich ist – so wie für Diesel oder Superbenzin.
Nach der Ladung steckt der Elektromobilist einen 20-Euro-Schein in den vorgesehenen Schlitz, erhält das Restgeld und ab die Post. Oder man zahlt mittels Kreditkarte oder App. 

Die Musik spielt im Inneren
"Das ist technisch und rechtlich noch nicht genügend geklärt" sagt Martin Klässner, Mitbegründer und Geschäftsführer von has-to-be, einem der Senkrechtstarter der e-Mobility-Branche. has-to-be vertreibt Softwarelösungen zum Management von Ladesäulen, im Kleinen wie im Großen. 2013 gegründet, ist die Firma heute mit 3 Standorten in Radstadt, Wien und München und 40 Mitarbeitern ein Branchenbegriff. Denn die Musik in der Elektromobilität spielt im Innern der Ladesäulen. Beziehungsweise auf den Servern der Plattformen, auf denen das Verrechnen von Ladungen gemanaged wird. 

Noch keine Gleichstrom-Messgeräte verfügbar
Ob ein Hotel mit 3 Ladeplätzen oder ein großer Provider mit hunderten Schnelladesäulen – überall dreht sich derzeit alles um das Lademanagement und die Verrechnungen. Ok, Herr Klässner, was ist noch zu klären, damit die eMobilität enfach, praktisch und transparent wird? "Es muss die eindeutige Zuordnung des Ladevorganges zum Ladenden nachvollziehbar und rückverfolgbar sein". Dies wird in der sogenannten Messgeräterichtlinie der EU gefordert, die 2004 und 2014 grundsätzlich die Messnormen vorgibt. Doch in der Umsetzung ist man bis dato noch nicht weit gekommen, es gibt derzeit im Bereich der schnelladenden Gleichstrom-Charger keine eichrechtskonforme Messeinrichtung. Daran arbeitet die Industrie mit Hochdruck, "und auch wir haben hier durchaus noch Entwicklungsbedarf" (Klässner). Das ist auch der Grund, warum es zwar Hochleistungscharger mit bis zu 350 kW Leistung gibt – aber die Ladungen pauschal abgerechnet werden. Was soviel heißt, dass nur die Ahnungslosen mit einem fast vollen Akku dort vorfahren. Er oder sie zahlt für wenig Leistung genau so viel wie der Nachbar, der vielleicht das Zehnfache an Strom zapft.

Die Fachleute glauben an Mitte 2019: Bis dahin sollten die Messwerkzeuge vorhanden, geprüft und einbau bar sein. 


Die Messgeräterichtlinie der EU im Abschnitt MI-003

Artikel im IT-Journal golem.de

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