Ländertest - 14.10.2018
Nur weil ein Hotel als elektroauto-tauglich in einem Webverzeichnis geführt wird, heißt das noch lange nicht, dass hier auch geladen werden kann. 
Die einfachste Form eines Chargers findet sich im Hotel Ramada, Sibiu. Sehr effektiv, passt! Foto: Starmühler  Die einfachste Form eines Chargers findet sich im Hotel Ramada, Sibiu. Sehr effektiv, passt! Foto: Starmühler

Es wär so schön gewesen: Die Website chargehotels.com hat für Bukarest – dort wollen wir morgen hin – drei Hotels im Angebot, die sich für die Elektromobilisten fit gemacht haben. In der Theorie. Gewitzt von vormaligen Enttäuschungen rufen wir die Herbergen durch und erleben ebendiese hier wieder. Die Dame vom Hotel Cismigiu versicherte noch am Telefon, man könne hier gerne laden, doch im Bestätigungsmail weist sie darauf hin, dass dies leider doch nicht möglich sei. Und im noblen Crowne Plaza lockt gar eine Renovatio-Säule mit mehreren Schnelladern. Ob man denn dafür eine Ladekarte bräuchte? Ja, versichert der nette Herr von der Rezeption, man verfüge aber leider nicht darüber. Dafür sei der Strom gratis. Da er nicht weiß, WELCHE Ladekarte passend wäre, bietet er an, auf den Parkplatz zu laufen, um zu erkunden, ob unsere Kauflandkarte passend wäre.  Der Rückruf ernüchtert ein wenig: Karte hin, Laden her, die Station ist kaputt, alles Liebe weiterhin.

Wir buchen uns das Park Inn, von dem jemand auf Booking.com behauptet hat, man könne dort das E-Auto nachladen. Und machen uns auf den Weg.

Von Sibiu nach Bukarest: 280 km
Nachdem Hermannstadt uns kulturell vorangebracht hat (2007 war das die europäische Kulturhauptstadt) und nach Ausflügen zum sehenswerten Freilichtmuseum Astra und in die eher noch wachzuküssende Kirchenburg Cisnadie starten wir den Boliden Richtung Hauptstadt. Durch das herbstlich-malerische Tal entlang des mehrfach aufgestauten Hartibaciu-Flusses geht es zuerst zügig, dann in der Kolonne bis in die Industriestadt Pitesti, wo wir das nationale Schnelladenetz – eben jenes der Einzelhandelskette Kaufland – aufsuchen. Und erstmals unsere Exklusivität einbüssen: Zwar haben sich die beiden E-Stations-Blockierer schnell wieder aus dem Staub gemacht, nachdem sie unseres bösen Blickes ansichtig wurden, aber auch dann blieben wir nicht allein. An einem Sonntag wie diesem strömen die Massen in die Shopping-Zentren. So auch hier. Und siehe da: Ein Renault ZOE und ein BMW i3 leisten uns am Charger Gesellschaft. Da wir mit über 200 km/h CHAdeMO laden können sind wir nach kurzer Zeit fast voll und überlassen den beiden anderen das Feld – der Charger kann nämlich nur maximal 2 Schnellladungen gleichzeitig bewältigen. Auch gut, wir stecken zugunsten des i3 ab, der mit 50 kW über CCS lädt.

Über die Autobahn geht es dann flugs nach Bukarest, das wir mit fast 200 km im Akku erreichen. (hst)

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