Ländertest - 12.10.2018
Von Timisoara nach Sibiu, 275 km: Auf unserer Elektroauto-Testreise nach Rumänien lernen wir die Vorzüge der Kaufland-Häuser kennen und finden das Ladekonzept in einem Hotel in Sibiu bestechend.
Autor Herbert Starmühler freut sich in Deva über erfolgreiches Laden. Foto: Starmühler Autor Herbert Starmühler freut sich in Deva über erfolgreiches Laden. Foto: Starmühler

Das ist ein flaches Land hier. Abgeerntete Weizenfelder und Kukuruz soweit das Auge reicht, bretteleben (und insoferne e-auto-tauglich) über viele Kilometer. Von Timisoara geht es erst über die Bundesstraße, vorbei an sehr einfachen Dörfern und Schäfern, die ihren großen Herden die Nacharbeit auf den Feldern überlassen, Körner die der Mähdrescher übriggelassen hat.

150 km: In Deva zum Kaufland
Nun die erste Nagelprobe in Deva, einer Industriestadt mit dem Vorteil des Supermarktes mit dem Namen Kaufland – mithilfs eines EU-Projektes hat sich diese Kaufhauskette hier ein offenbar flächendeckendes Schnellladenetz gegönnt. Und tatsächlich, gut sichtbar steht der Charger mit CCS, CHAdeMO und 2x Typ 2. Die aufgemalte rumänische Anleitung kennen wir jetzt schon und halten die Reihenfolge ein: Zuerst Ladekarte hinhalten, dann Anschluss wählen (wir versuchen es wieder mit CHAdeMO), dann Kabeleinstecken und schließlich die Starttaste drücken. Augenblicke der Spannung, und – siehe da, hier klappt der schnelle Lader – mit rund 200 km/h rauscht die Energie in den Akku. Der Europäischen Union und dem Kaufland-Management sei Dank.

Sibiu: Bestechend einfaches Ladesystem
Über bezaubernde Karpatenhügel und mitten durch gelbschimmernde Laubwälder geht es ins malerische Hermannstadt/Sibiu. Wir haben uns vorab über www.chargehotels.com das Ramada-Hotel gecheckt, das einzige Hotel mit einem Elektroanschluss, wenigstens auf diese recht hilfreichen Seite. Abgesehen davon, dass der Hotelmanager den E-Ladeplatz mit einem Alt-Modell (also Verbrenner) besetzt hält, ein Lichtblick (der Manager überließ uns den Platz auch umgehend). Denn dieses Hotel hat nicht gewartet, bis das Elektrizitätswerk eine Versorgungsleitung legt oder teure Charger angeschafft werden können – es hat eine rote 32-A-CEE-Buchse installiert und damit einen veritablen Ladeplatz etabliert. Schild dazu, Bodenmarlierung gepinselt, fertig.

NRGkick in Sibiu
Empfehlenswert für unterwegs: Der NRGkick-Charger von DiniTech. Foto: Starmühler.

80 km pro Stunde
Da der Mensch in einem Hotel vorzugsweise über Nacht bleibt, ist blitzartiges Schnellladen kein Muss. Und hier, aus besagter 32-Ampere-Buchse fließen sogar schnelle 80 km/h ins Auto. Das reicht nicht mal für ein ausgiebiges Essen, schon ist der Tesla wieder voll. Wir hatten ja noch rund 200 km Reichweite im Akku.
Das geht hier perfekt mit dem NRGkick der steirischen Firma Dinitech, den wir an die Buchse gesteckt haben und der das Lademanagement beherrscht.


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Die erfolgreiche "Versuchsanordnung" mit der transportablen go-e-Wallbox. Foto: Starmühler

Aber auch der zweite Test mit der portablen Wallbox von go-e hat hervorragend geklappt. Weil beide Produkte mit den drei wichtigsten Steckdosen-Adaptern geliefert werden, sind sie für eine derartige Reise wärmstens zu empfehlen. Nebst den Verlängerungskabeln, die der gewievte E-Mobilist sowieso auf Reisen mitführt.

Damit hat sich schon auf der zweiten Etappe gezeigt: Vorbereitung ist wichtig, immer mit Reserven fahren und frühzeitig laden – dann ist auch Rumänien kein Problem. (hst)

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