Ländertest - 11.10.2018
e:mobil hat beschlossen, die Länder Europas mit Elektroautos zu befahren, um Erfahrungen zu sammeln. Beginnen wir mit Rumänien. Da zählt die Vorbereitung – und die Freude am Improvisieren.
Kaufland sei Dank – in Rumänien, wie hier in Timisoara, hat die Kaufhauskette viele Ladesäulen errichtet. Foto: Starmühler Kaufland sei Dank – in Rumänien, wie hier in Timisoara, hat die Kaufhauskette viele Ladesäulen errichtet. Foto: Starmühler

Rumänien ist mit über 20 Millionen Einwohnern kein Winzling unter den Ländern in Europa. Doch die Elektromobilität ist erst am Anfang. Wenige E-Autos, relativ wenige Ladestellen. Doch die Herausforderung, wie wir es erfahren – im wahrsten Sinn des Wortes – besteht in der Unsicherheit. Es ist nicht sicher, ob die nächste Ladesäule auch funktioniert....

"Nehmen Sie  Plugshare, wir benützen hier Plugshare" sagt uns die Dame bei e-charge.ro in Bukarest am Telefon, die für das derzeit entstehende Ladesäulen-Netz in Rumänien Auskunft gibt. Und weiter: "Versuchen Sie, bei Kaufland zu laden!"

Damit haben wir schon zwei wesentliche Tipps hier zur Weitergabe an unsere LeserInnen: Plugshare ist die zu favorisierende App (bitte vor Reiseantritt herunterladen und kennenlernen!), wobei natürlich auch goingelectric.com und andere Apps ihren Dienst tun.

10.10.2018 Ungarn ist noch easy
Zum Verständnis sei hier doch angemerkt, dass wir zur Rumänien-Expertise einen Tesla zur Verfügung hatten. Zwar mit ca. 380 Kilometern eine nur am Tacho zu realisierende Reichweite, aber nachdem wir im warmen Oktober reisen, sind auf Autobahnstrecken je nach Fahrweise zwischen 300 und 320 Kilometer möglich, auf Bundestraßen etwas mehr.

Die leichteste Etappe auf dem Weg von Wien nach Rumänien ist jene in Ungarn – vor allem, weil wir im Tesla reisen. Denn die neue E-Supercharger-Station in Györ hat vier Ladesäulen – weitere acht werden demnächst dazukommen – und lässt uns schnell wieder vollgeladen weiterfahren. Dann wären in Budapest und in Szeged laut Vorbereitung Tesla-Destinationcharger in Hotels zu bekommen. (Hotel Kempinski Corvinus in Budapest und Hotel Novotel in Szeged, fast schon an der rumänischen Grenze). 

Anfängerfehler: Anrufen vergessen
Wir wollen's wissen und nehmen in Kszkemet den Weg zum schnellen Lader, der beim Sheraton-4-Stern errichtet wurde. Doch leider Fehlanzeige: Schnell aber leider out of order. Wir hätten vorher beim Hotel anrufen sollen.

Ok, denn bleibt uns nur das Hotel Novotel in Szeged, der Stadt, die dem Gulasch den Namen gegeben hat. Tatsächlich, hier braucht keiner nächtigen, um seinen Tesla wieder kilometerfit zu machen. Die Leute hier sind zuvorkommend, man zahlt fünf Euro und ist vollgeladen nach einem Stadtspaziergang wieder auf der Straße.

11.10.2018 Timisoara – Kaufland in Sicht
Nachdem das Boutiquehotel freundlich aber bestimmt unseren Wunsch nach Übernacht-Ladung abgewiesen hat, müssen wir uns, halbleer der Akku, zum Kaufland begeben, den hier gottseidank jeder kennt. Ja, man habe eine Ladekarte für uns, um den Charger zu aktivieren, doch leider ist sie noch verschollen.

Aber die Damen am Infoschalter des Kauflands in der Damaschin Bojinca finden dann doch noch eine und wir starten den ersten Fremdversuch (also außerhalb des Tesla-Orbits). Der schlägt prompt fehl, weil die Säule das CHAdeMO-Laden nicht einleiten will. Error. Leichte, zart herandräuende Nervosität. Man darf auch nicht vergessen, es ist ja alles in rumänisch angeschrieben, man versucht sein Bestes... 

Doch ruhig, Nerven behalten, neues Kabel eingesteckt, andere Reihenfolge, Typ 2 – und siehe da, es klappt. Die Säule und das Auto, eine Vernunftgemeinschaft mitten in der alten Habsburgerstadt Timisoara.

Zeit für die Erkundung von "klein Wien", wie die alte Habsburgerstadt genannt wird. 300.000 Einwohner, viel ist noch zu renovieren, doch für den Taxifahrer, der nach eigenem Bekunden 2.000 Euro pro Monat hat, lohnt das Leben hier. Für die Lehrerin mit 350 Euro pro Monat ist es schon schwieriger...

Einige Stunden später ist der Tesla voll, es hat nichts gekostet und die Zeit kann für die weitere Planung genutzt werden. Wir buchen im Ramada-Hotel in Sibiu für morgen eine Schlafstelle, angeblich haben die dort auch die Möglichkeit, ein E-Auto zu laden. Na, schauen wir mal ... (hst)

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