Roboter - 20.09.18
Samsung hat kürzlich in Südkorea einen Roboter vorgestellt, der unser Auto auflädt. Er bewegt sich frei in Parkhäusern und könnte das Laden in Zukunft revolutionieren.
EVAR fährt durch die Parkgarage bis zum Auto, das es aufladen soll. Alles vollautomatisch. Foto: insideevs.com

Wer einen Blick in die einschlägigen Gruppen auf Facebook oder in Foren rund um die E-Mobilität wirft, stolpert im Regelfall binnen Sekunden über die immer gleiche Beschwerde: Zugeparkte Ladestationen. Egal ob nun in der Innenstadt, vor dem Supermarkt oder in Parkhäusern. Konstant stehen entweder Verbrenner, Hybrid-SUVs oder vollgeladene E-Autos davor.

Diese ständig aufkommende Nervenstrapaze lässt sich durch zwei Methoden beheben. Einerseits könnten die BetreiberInnen der Ladestationen rigoros alle abschleppen lassen. Damit würden sie aber nicht nur die Leute hinter dem Steuer der Verbrenner verärgern, sondern auch E-MobilistInnen, die mal die Zeit übersehen haben.

Lade, Roboter!
Variante zwei ist da schon wesentlich weniger riskant: Eine mobile Ladestation, die immer dorthin fährt, wo sie gerade gebraucht wird. Vollautomatisch. Das klingt nach dem baldigen Aufstand der Maschinen, wird aber gerade von Samsung vorangetrieben.

In einem Parkhaus in Südkorea kurvt EVAR bereits herum. Der Laderoboter von Samsung ist mit einer alten E-Auto-Batterie ausgestattet und nutzt diese in ihrem zweiten Leben, um andere Autos aufzuladen. Die Batterie selbst lädt der Roboter an seiner eigenen Ladestation.

Pass auf, Roboter!
Um im Parkhaus nicht etwaige Autos, Menschen oder Säulen zu rammen, ist der Roboter – ganz ähnlich wie seine staubsaugenden und rasenmähenden Verwandten – mit einer Karte des Stockwerks ausgestattet. Außerdem hat er mehrere Sensoren vorne und an der Seite, um etwaige Kollisionen selbstständig zu verhindern.

Wer die Dienste von EVAR im Parkhaus in Anspruch nehmen möchte, muss einen Adapter am eigenen Ladekabel anbringen. Dieser Adapter landet auf der Nummerntafel und im Anschluss ruft man den Laderoboter per NFC-Technologie in den tragenden Säulen des Parkhauses und App.

Werde besser, Roboter!
Bisher hat die Technologie noch Schwächen. EVAR kann die E-Autos zum Beispiel nur mit maximal 7,4 kW laden. Seine Batterie ist auf 10 kWh begrenzt. Wie so oft muss aber auch diese Technologie als „Proof of Concept“ gesehen werden. Kapazität und Ladeleistung haben zum Beispiel Potential nach oben. Gleiches gilt auch für die Geschwindigkeit des Roboters und die Umsetzung des Ladens.

Wie weit das Laden mit Robotern ist, lässt sich schon jetzt gut an einem heimischen Beispiel zeigen. Die TU Graz hat ein robotergesteuertes CCS-Schnellladesystem vorgestellt. Hier erledigt ein automatischer Schwenkarm die Arbeit.

Eine Kombination dieser Technologie mit dem fahrenden EVAR von Samsung und womöglich einem Schienensystem an der Decke des Parkhauses, das den Roboter mit dem Netz verbindet könnte in Zukunft eine der großen Nervenproben rund um die Elektromobilität beseitigen. (flb)

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