Schrott - 17.09.18
Müllautos sind laut und verpesten unserer Städte tagtäglich mit einem Verbrauch von etwa 70 Litern Diesel. Aber das könnte bald der Vergangenheit angehören.
In Zukunft betreibt Veolia zwei seiner Müllautos elektrisch. Mit einem besonderen Dreh! Foto: Veolia

Das Ressourcen-Management-Unternehmen Veolia hat vor kurzem einen Test angekündigt. Man wolle zwei Autos aus der eigenen Flotte von ihrem bisherigen Diesel-Motor befreien und stattdessen mit E-Motoren ausstatten. Der Haken an der ganzen Angelegenheit: Es handelt sich bei diesen Gefährten um Müll-Autos.

Abgesehen von dem amüsanten Umstand, dass man Müllautos mit sauberem Strom betreiben will, haben elektrisch betriebene Müllautos noch weitere Vorteile. Da wären der ressourcenschonende Gedanke und die Vorteile für die Umwelt. Aber auch die wesentlich leiseren Gefährte spielen mit in die Entscheidung für E-Müllautos. Dadurch lässt sich ein angenehmes Wohnklima erhalten. Auch wenn gerade die sonst so laute Müllabfuhr um die Ecke biegt.

Nicht die ersten
Kein Wunder also, dass außer Veolia auch noch weitere Unternehmen die Chancen einer grünen Müllabfuhr gerochen haben. Die ersten in diesem Bereich waren die Niederländer: GeesinkNorba hat schon 2006 die ersten Hybrid-Müllautos auf die Straßen geschickt. Dieses Frühjahr haben sie erklärt, dass ihre Batterien endlich leistungsfähig genug für voll-elektrische Müllwägen sind.

Nur wenig später hat Volvo angekündigt, dass man ebenfalls die Hürden des E-Müllautos überwunden habe. Gemeinsam mit dem Abfall-Entsorgungs-Unternehmen Faun wollen sie in Hamburg ihre ersten elektrisch betriebenen Müllautos ausrollen lassen und die Hansestadt sauberer machen.

Sauber ist schwierig
Es stellt sich die Frage, warum es überhaupt so lange gedauert hat, bis es ein vollelektrisches Müllauto auf die Straßen geschafft hat. Die Gründe sind zweierlei und den ersten teilt sich das Gefährt mit jedem anderen LKW: Sie sind groß und schwer und brauchen eine dementsprechend leistungsstarke Batterie, wenn sie den ganzen Tag unterwegs sein wollen.

Auf der anderen Seite müssen Müllautos mehr können, als Waren von A nach B zu transportieren. Sie müssen Mülltonnen heben und den Abfall in ihrem Laderaum pressen. Diese Aufgabe wurde bisher ebenfalls durch den Dieselmotor erledigt. Diese Gesamtleistung führte dazu, dass konventionell betriebene Müllautos bisher im Schnitt etwa 70 Liter Diesel verbrauchten. Mit all den negativen Konsequenzen.

Alles sauber
Mit elektrisch betriebenen Müllwägen könnten diese aber bald der Vergangenheit angehören. Vor allem, wenn man wie Veolia in dieser Sache noch einen Schritt weitergeht und den Strom gleich selbst produziert. Das britische Unternehmen will seine beiden Testfahrzeuge in Zukunft mit Strom aus der eigenen Müllverbrennungsanlage betreiben und zeigt so, wie Kreislaufwirtschaft in Zukunft auszusehen hat. (flb)

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