E-Öffi - 11.09.18
E-Linienbusse können einen riesigen Beitrag zu einer grünen Mobilität leisten. Sie sind aber international noch bei Weitem nicht überall durchgesetzt. Ein Vergleich.
In Linz sind bereits mehrere E-Busse in Betrieb. Foto: Linz Linien

Über eine Milliarde Menschen haben 2015 den öffentlichen Nahverkehr in Österreich genutzt. Die meisten davon in der Hauptstadt. Die Wiener Linien allein befördern pro Jahr 950 Mio. Fahrgäste. 

Diese Zahlen brauchen wir auch, wenn Österreich seine Ökobilanz verbessern will. Die CO2-Bilanz ist in den letzten 15 Jahren um 8 % angestiegen. Der Verkehr ist an einem Drittel davon schuld und vor allem der Individual-Verkehr treibt unsere Emissionen nach oben. 

Öffis wesentlich grüner
Die Sache ist also klar: Der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel – vor allem im Nahverkehr – kann der Ökobilanz von Österreich nur guttun. Insbesondere, da in den österreichischen Landeshauptstädten nur etwa ein Fünftel der Bevölkerung zu Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder Zug greift. Einzig Wien ist mit 39 % ein Ausreißer. 

Noch besser wäre allerdings, wenn die öffentlichen Verkehrsmittel elektrisch betrieben würden. Im Idealfall mit elektrischem Schienenverkehr oder mit E-Bussen – einer Technologie, die sich international gerade im Aufschwung befindet. Mehrere Metropolen der Welt haben hier in den vergangenen Jahren stark aufgestockt.

Internationaler Vergleich
Der Musterschüler kommt aus China: Shenzhen hat in Kooperation mit Hersteller BYD mit einem Schlag die gesamte Busflotte der Stadt ausgetauscht. 16.359 E-Busse auf einmal. Das spart laut den Verkehrsbetrieben der Stadt 1,35 Mio. Tonnen CO2.

Dass der Rest der Welt hier ein Stück zurückliegt, wird nicht überraschen. Selbst im e-mobilen Vorreiterland Norwegen geht es langsamer zu. In Oslo werden bis 2019 76 E-Busse durch die Straßen fahren. London ist nicht viel besser unterwegs. Hier fahren laut aktuellen Zahlen 73 E-Busse und zehn Wasserstoff-Busse. Von Los Angeles muss man gar nicht erst anfangen: null. Aber man hat sich vorgenommen, die Flotte bis 2030 komplett umzustellen.

E-Busse in Österreich
Hierzulande schaut die Sache ein bisschen rosiger aus. Die Wiener Linien haben bereits zwei Linien umgestellt. Bis 2019 werden hier 19 E-Busse fahren. Die Holding Graz testet immerhin vier E-Busse. Der Fokus der Stadt liegt aber klar am Schienenverkehr.

Das gleiche gilt für Innsbruck und in Linz und Salzburg fahren ohnehin schon seit Jahren Oberleitungs-Busse. Und Klagenfurt? Die Kärntner Landeshauptstadt hat immerhin einen E-Bus mehr als Los Angeles. Alle Städte planen aber Veränderungen in ihrer Flotte. (flb)



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