Kommentar von Herbert Starmühler
Herausgeber e:mobil Magazin
In Europa gehören leider die besten Ingenieure zu den größten Skeptikern der Elektromobilität. Und damit zu den Bremsern.
Foto: Pexels
Die Argumente sind das eine, der Glaube das andere. Um letzteres im Hinblick auf die Elektrifizierung der Mobilität zu beurteilen, frug der Stromkonzern E.On in Europa 10.000 Kunden. Die Studie "Wohnen in Europa" zeigte, dass es große Unterschiede in der Beantwortung gab, wie der Branchendienst "ecomento" meldete: "Ein Drittel der Deutschen glaubt laut der Umfrage, dass niemals mehr Elektroautos als Verbrenner durch unsere Straßen fahren werden. Auf die Frage, wann es mehr Elektroautos als Verbrenner auf den Straßen geben wird, konnten sich dies in Deutschland nur sieben Prozent der Befragten innerhalb der nächsten fünf Jahre vorstellen und 13 Prozent innerhalb der nächsten zehn Jahre." 

Die Türken sind viel aufgeschlossener: So sind 43 Prozent der Befragten überzeugt davon, dass in den nächsten zehn Jahren mehr Elektroautos als Verbrenner unterwegs sein werden. In Italien glauben das 37 Prozent. 

Deutschland, das Land der Ingenieure, das Land der Automobilindustrie, ist zu ängstlich. Längst sind die Würfel gefallen und der VW-Konzernchef Herbert Diess hat es mit seiner klaren E-Auto-Strategie erkannt: Volle Kraft auf dieses Vehikel, auf diesen Motor, auf diese Antriebsenergie. Und jede Wette: Über kurz oder lang werden auch die deutschen Durchschnittsbürger und die überdurchschnittlich guten Ingenieure einschwenken und sich – wenn es nicht zu spät ist – an die Spitze der automobilen Entwicklung setzen. Vielleicht mit weniger Maschinenbau-Diplomingenieuren, sondern mit mehr Elektronik-Experten. Aber so ist das Leben.
Herbert Starmühler

Dr. Herbert Starmühler

Herausgeber e:mobil Magazin

ist Herausgeber verschiedener Fachmagazine im Bereich Technik, Architektur, Energieeffizienz und Mobilität, u. a. energie:bau, e:mobil und holzmagazin. Als seit Jahren leidenschaftlicher Tesla-Fahrer und Sonnenenergie-Empfänger ist der Journalist jederzeit für innovative Ideen zu begeistern und holt sich beim Networken gerne Inspiration für neue Projekte.

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