Abgase - 11.09.18
Mit Anfang September dieses Jahres gab es eine Umstellung der NoVA. Der Preisunterschied zwischen Verbrennern und E-Autos fällt dadurch noch weiter.
Durch die neue NoVA kommt ein Auspuff in Zukunft erheblich teurer.

Seit diesem Monat verwendet Europa eine neue Messmethode zur Feststellung der Abgase von Autos. Kam bisher noch der Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ) zum Einsatz, wird der CO2-Ausstoß der fahrbaren Untersätze nun mit dem Verfahren WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) festgestellt. Das unterscheidet sich in zwei Aspekten: Es findet erstens zu realistischeren Geschwindigkeiten und Temperaturen statt und zweitens lässt es weniger Spielraum als die alte Methode.

Das logische Resultat: Der Verbrauch von Benzinern ist nun wesentlich näher an der Realität und dadurch auch ein Stück höher als zuvor. Ein Unterschied, der sich nicht nur in der Wahrnehmung von Autos beim Neukauf niederschlagen wird, sondern auch in deren Preis.

NoVA neu
Die NoVA in Österreich errechnet sich aus genau diesem Wert, der nun in Änderung begriffen ist. Kurz die Rechnung:
(CO2-Emissionen in g/km – 90) / 5

Das Ergebnis ist der Steuersatz, den man für sein Auto entrichten muss. Der Höchststeuersatz liegt bei 32 %. Also bei einem CO2-Ausstoß von 250 g /km. Darüber kostet jedes Gramm 20 €.

Weil die Änderungen wahrscheinlich recht hoch ausfallen würden, hat der ehemalige Finanzminister Hans-Jörg Schelling zugesagt, man werde in einer Übergangsphase bis inklusive 2019 noch auf die alte Methode zurückrechnen. Die Sache ist nun aber, dass das weniger bringt als gedacht. Die Autos werden trotzdem teurer.

Alt ungleich alt
Das verwendete Rechenprogramm kommt immer noch auf einen höheren Wert als die alte NEFZ-Methode. Laut Schätzungen, die der ÖAMTC angibt, steigt die NoVA als Resultat daraus um etwa 2-3 Prozentpunkte an. De facto – das ergeben Recherchen des Standard – steigen die Preise von Benzinern im Vergleich zum Sommer allerdings eher um insgesamt 6 % an.

Damit schwindet der Preisunterschied zwischen Verbrennern und E-Autos immer weiter. Letztere sind in den meisten Fällen schon jetzt im Laufe ihres Lebenszyklus günstiger als vergleichbare Verbrenner. e:mobil hat schon errechnet, dass ein Tesla S nach drei Jahren 16.100 € günstiger ist als ein Audi A6. Mit der NoVA-Änderung erhöht sich der Preisunterschied auf rund 20.000 €. Und der wird mit Ende 2019 noch weiter ansteigen, wenn die WLTP-Methode zum Einsatz kommt.

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