Gängig - 10.10.18
Kreisel und Sala Drive haben einen 2-Gang-E-Motor entwickelt. Bisher kamen E-Autos ja ohne ein Getriebe aus. Aber sind sie damit vielleicht am Holzweg?
Mit einem Getriebe kann die E-Mobilität vielleicht einen Gang nach oben schalten. Foto: Kreisel

Letzte Woche hat Kreisel bekannt gegeben, dass man gemeinsam mit Sala Drive einen neuen elektrischen Sportwagen konstruiert habe. Inklusive – und hier wird die Sache interessant – einem serienreifen automatischen 2-Gang-Getriebe. Das haben die beiden Unternehmen speziell für ihr neues Auto konstruiert. Es ist für hohe Leistungs- und Drehmomentbereiche ausgelegt.

Das klingt im ersten Moment aber ein wenig abwegig. Einer der Vorteile von E-Autos findet sich ja darin, dass man gar kein Getriebe braucht. Das ist ohnehin nur schadensanfällig. Warum sollte man denn nun freiwillig eines einbauen?

Unnötig
Der Grund warum E-Autos – anders als Verbrenner – kein Getriebe brauchen und nur mit einem Gang fahren, findet sich in den Motoren. Im Gegensatz zu einem Verbrennungs-Motor sind bei einem E-Motor nicht nur höhere Drehzahlen möglich, sondern auch ein wesentlich breiterer Drehzahlbereich. Außerdem entwickeln sie auch schon bei geringeren Drehzahlen ein gutes Drehmoment. Kurz: Man brauchte einfach kein Getriebe. Es funktionierte ja auch ohne ganz gut. Zumindest bisher.

Nun, da E-Autos immer weiter in die Mitte der Gesellschaft rücken, wird aber das Verlangen nach effizienteren Motoren immer größer. Man will schließlich größere Reichweiten für einen geringeren Preis und mit weniger Stromverbrauch. Bessere Batterien und effizientere Motoren können hier zwar viel bewerkstelligen, aber es gibt auch noch einen anderen Weg zum Ziel.

Ein Gang rauf
Getriebe könnten E-Autos wesentlich effizienter gestalten. Ganz ähnlich wie bei Verbrennern. Da wie dort könnte man mit einem Getriebe bei einem E-Auto bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten immer mit höchster Effizienz unterwegs sein. Zwar wären sie ein zusätzlicher Kostenpunkt bei der Herstellung, jedoch könnte man dadurch auch Motoren mit geringerem Drehmoment verwenden.

Hinzu kommen eine günstigere Leistungselektronik und kleinere Batterien, die die Kosten senken würden, ohne dass wir Leistungseinbußen in Kauf nehmen müssten. Kreisel und Sala Drive bringen mit diesem neuen Getriebe für ihren Hochleistungswagen einen weiteren Schritt für effizientere E-Autos. Auch wenn bisher nur fürs Spitzenklasse-Segment. (flb)

Kommentare  

#1 Jemand 2018-09-12 16:17
Rimac macht das schon lange so.

http://www.rimac-automobili.com/en/technology/drivetrain/

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