Rennsport - 12.06.18
Vier E-Motoren, radselektive Steuerung und eine Beschleunigung von 0-200 km/h in 7 Sekunden. Das 4ePerformance legt vor.
Das 4ePerformance bringt insgesamt 880 kW auf den Asphalt. Foto: Schaeffler

Was ist schneller als ein Formel-E-Motor in einem E-Auto? Richtig: Vier Formel-E-Motoren in einem E-Auto.

So oder so ähnlich war der Gedankengang vermutlich bei Schaeffler, als gemeinsam mit ABT Sportsline die Idee für das neue Konzeptfahrzeug „Schaeffler 4ePerformance“ Gestalt annahm. In dem rein elektrisch betriebenen Fahrzeug stecken tatsächlich vier Formel-E-Motoren. Einer pro Rad und jeder mit 220 kW Leistung.

Mathematik-Begeisterte haben jetzt schon mitgerechnet und kommen auf eine Gesamt-Leistung von 880 kW (oder 1.200 PS). Mit einher geht eine Beschleunigung, die selbst den Tesla Roadster abgasfreien Staub schlucken lässt: 0-200 km/h in sieben Sekunden. [Anm.: Der Roadster hat in seiner stärksten Ausführung 214 kW.]

Selektive Radsteuerung
Jeder Antrieb ist dabei direkt an ein Rad gebunden. Zwei Motoren teilen sich ein Getriebegehäuse und bilden eine Twin-Achse. Das realisiert laut Schaeffler eine radselektive Steuerung der Antriebsmomente oder auch Torque Vectoring. Dadurch kann die Fahrweise des Autos in Kurven stabilisiert werden, indem man das Durchdrehen eines Rads verhindert.

Damit dem Auto nicht zu schnell der Saft ausgeht, ist es mit zwei Batterien ausgestattet. Gesamtkapazität: 64 kWh. Doch wozu überhaupt so ein eskalariendes Gefährt? Simon Opel gibt Aufschluss darüber, warum Schaeffler damit experimentiert:

Fahrendes Prüflabor
„Durch die freie Skalierung der Antriebsleistung stellt das Fahrzeug für Schaeffler ein fahrendes Prüflabor dar. Derzeit erproben und entwickeln wir auf Basis einer physikalischen Fahrzeug- und Reifenmodellierung unsere eigene Fahrdynamikregelung. Gerade im Bereich der softwarebasierten Fahrdynamikregelung lernen wir enorm“, so der Leiter Sonderprojekte Motorsport bei Schaeffler.

Schaeffler möchte mit den eigenen Produkten zum wichtigen Zulieferer für den Oberklasse-E-Auto-Markt werden. Sowohl in Europa, aber auch in China. Die modular aufgebauten E-Achsen sollen weiters eine Ergänzung für ein Serien-Antriebskonzept von elektrischen High Performance Sportscars sein. (flb)

Kommentare  

#1 MatthiasFenner 2018-06-13 13:35
KONZEPTAUTOS braucht kein Mensch, sondern praktische Alltagsfahrzeug e. Die Industrie braucht wohl bei uns in Europa sehr sehr lange um sowas zu begreifen.

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